Unsere Pferde
Unser erstes eigenes Pferd war das Pony Laura, welches wir wie schon erwähnt 1997 von Bekannten übernommen haben. Sie war ein sehr zuverlässiges und pflegeleichtes Tier, wenn auch manchmal etwas eigensinnig. Ihr genaues Alter war nicht bekannt. Im Rahmen des Pferdepasses wurde sie im Dezember 2001 vom Tierarzt aber auf ca. 30-35 Jahre geschätzt. An den Hinterbeinen hatte sie einige Narben, die anscheinend von einem früheren Unfall stammten. Beim Laufen sahen die Bewegungen ein wenig komisch aus, aber Beeinträchtigungen oder Schmerzen waren dadurch nicht vorhanden.
Im August 1997 sprachen uns andere Bekannte an, ob wir nicht 2 Vollblüter übernehmen wollten, da diese sonst beim Schlachter enden würden, weil der Besitzer sie nicht mehr unterhalten konnte. Dieser hatte die Pferde seinerzeit ebenfalls vor dem Schlachter bewahrt. Nun, wir schauten uns die Tiere an, um uns ein Bild zu machen. Dabei stellte sich heraus, das es sich um einen Wallach und eine Stute handelte. Der Wallach Fallada war ein ehemaliger Galopper von einer Rennbahn in Polen, die Stute Fabienne hatte ein Hüftleiden und war nur sehr bedingt reitbar. Da die beiden unzertrennlich waren, konnte eine Schenkung nur unter der Auflage der gemeinsamen Haltung beider Pferde erfolgen. Nachdem sich unsere älteste Tochter Yvonne vorstellen konnte, das ehemalige Rennpferd für sich selbst auszubilden, entschieden wir uns, beide Tiere zu übernehmen und unterschrieben den Schenkungsvertrag. Da wir keinen Pferdehänger besaßen, brachten unsere Bekannten die beiden Pferde in einem geliehenen Hänger zu uns auf die Hobbyranch. Dabei wurde der Pferdehänger leicht beschädigt, weil sich die Tiere nur ungern verladen ließen. Es zeigte sich, das es auf jeden Fall wichtig ist, eine Pferdehaftpflichtversicherung abzuschließen. Bei uns angekommen freute sich unser Pony Laura natürlich sehr, wieder Gesellschaft zu haben. Die 3 gewöhnten sich sehr schnell aneinander und bald war klar, wer Chef der kleinen Herde war, natürlich das Pony.
Nachdem ich selbst auch auf den Geschmack gekommen war, kauften wir im Mai 1998 die damals 12-jährige Westfalenstute Fee (Erzfee) dazu. Sie war eine ehemalige Zuchtstute und ließ sich sehr leicht in die kleine Herde eingliedern. Allerdings muß sie beim Vorbesitzer negative Erfahrungen gemacht haben. Sobald Fee nur eine Gerte von weitem sah, wurde sie sofort sehr unruhig und versuchte wegzurennen. Aber mit viel Geduld und Ausdauer sowie sehr viel Bodenarbeit wurde sie zusehens zutraulicher und baute Vertrauen auf. Zur Vebesserung meiner bescheidenen Reitkenntnisse besuchte ich auch noch einen 2-wöchigen Grundkurs im FS-Reitzentrum in Reken. Empfindlich reagiert Fee auch mit ihrer Haut. Aber regelmäßige Gaben von Schüsslersalzen zeigen ihre Wirkung.
Im Oktober 2000 wurden wir von weiteren Bekannten angesprochen, ob wir nicht die Möglichkeit hätten, kurzfristig ein dämfiges Pferd mit aufzunehmen. Es würde sich um einen Notfall handeln. Tatsächlich stellte sich heraus, das es der elfjährigen Stute Lady, die in einem Reitstall in einer Box stand, wirklich sehr schlecht ging. Also entschlossen wir uns kurzfristig, sie noch am gleichen Tag als Einstaller auf unsere Hobbyranch zu holen. Durch den ständigen Aufenthalt an der frischen Luft und die Behandlung durch alternative Heilmethoden seitens meiner Frau und einer Bekannten besserte sich der Zustand zusehends und auch vorsichtiges Reiten war wieder möglich. Leider mußten wir durch Lady auch die erste Bekanntschaft mit dem Tod eines Pferdes machen, als sie eines Tages auf der Weide beim Grasen einfach wie ein gefällter Baum umfiel und liegen blieb. Der sofort hinzu gerufene Tierarzt konnte nur noch den Tod vermutlich durch Hirnschlag feststellen. Das war natürlich ein Schock sowohl für uns als auch für die Besitzer, aber zumindest hatte Lady noch eine schöne Zeit auf unserer Hobbyranch verbringen können.
Der nächste Zugang war 2002 der Arabermix Amigo. Auch er kam als Einstaller durch eine Freundin unserer dritten Tochter Isabell zu uns. Die Freundin wollte das Pferd wieder selber reiten und suchte daher einen geeigneten Stall. Vorher wurde Amigo recht erfolgreich als Turnierpferd eingesetzt. Durch eine starke Erkältung oder Druse waren allerdings in seinen oberen Atemwegen die Flimmerhärchen verklebt. Somit hat er Probleme beim Abhusten von Schleim, zeitweilig entsprechende Luftpobleme und geht Richtung Dämpfigkeit. Zur Abwehrstärkung haben wir bei ihm gute Erfahrungen mit Ergänzungsfuttermitteln gemacht.
Fast zeitgleich kaufte sich unsere älteste Tochter Yvonne das junge Reitpferd Sandro, um es selbst auszubilden. Er ist sehr empfindlich im Rücken, da er einmal einen Beckenbruch hatte. Dieser war sehr langwierig, aber mit einer regelmäßigen Magnetfeldtherapie und viel Ruhe ist er mittlerweile auch wieder reitbar. Zum Winter hin wird er immer schon sehr früh eingedeckt und zwischenzeitlich immer wieder mit unserer Magnetfeldmatte behandelt. Die Eingliederung von Amigo und Sandro in die kleine Herde war nicht ganz so einfach. Unser Vollblut Fallada war zu Anfang nicht ganz damit einverstanden. Er wollte die Stuten für sich alleine und somit bekamen die beiden Neuen einige Tritte und Blessuren ab, aber mit Geduld und Ausdauer klappte es dann doch. Ein halbes Jahr später, übernimmt unsere dritte Tochter Isabell Amigo von ihrer Freundin, weil diese ihn nun doch verkaufen wollte.
Im July 2006 mußten wir das erste Mal die Entscheidung zum Einschläfern eines Pferdes treffen. Der Stute Fabienne ging es so schlecht, das trotz aller Bemühungen nur noch dieser Weg übrig blieb. Die Entscheidung ist uns sehr schwer gefallen und hätte vielleicht etwas eher erfolgen müssen. Aber wie heißt es so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Da für uns von Anfang an feststand, das keines unserer Pferde zum Schlachter geht, wurde Fabienne auf unserer Hobbyranch in gewohnter Umgebung eingeschläfert und noch am gleichen Tag von einem Tierkörperbeseitigungsunternehmen abgeholt.
Ein Jahr später im July 2007 erfolgte der nächste Neuzugang. Es handelte sich um das ehemalige Schulpferd Goltino. Über unsere älteste Tochter Yvonne erhielten wir die Anfrage, ob wir nicht noch Platz für ein Pferd mit Luftproblemen hätten. Nach einem Treffen mit den Besitzern wurden wir uns schnell einig und somit wuchs unsere kleine Herde wieder um einen großen Wallach mit einem Stockmaß von ca. 1,85m. Goltino war sehr zurückhaltend und tat sich schwer mit der Eingliederung. Teilweise sprang er trotz seiner Dämfigkeit über die Zäune, wenn er von den anderen gejagt wurde. Aber auch hier wurde unsere Geduld und Ausdauer belohnt und es klappte schließlich.
Im Sommer 2008 kam dann das erste Shetland-Pony Namens Kessy auf unsere Hobbyranch, das die älteste Tochter Yvonne von ihrem Mann zur Hochzeit geschenkt bekam. Dies hatte zur Folge, das die Abzäunugen der Weiden tiefergelegt werden mußten, damit die Kleine nicht alle Koppeln unsicher machte. Allerdings war der Erfolg nur bescheiden, so das sie zeitweilig einen Maulkorb tragen muß, damit sich ihre vorhandene Hufrehe nicht verschlimmert.
Das Jahr 2009 begann dann nicht so schön. Unser erstes eigenes Pferd, das Pony Laura, hatte bereits vor dem Winter Probleme mit der Nahrungsaufnahme. Sie hatte auf Grund des hohen geschätzen Alters von über 40 Jahren schon mehrere Zähne verloren und auch Verdauungsprobleme. Trotz aller Bemühungen verlor sie ständig an Gewicht, so das wir uns im Februar entschlossen, dem Leiden ein Ende zu setzen und sie einschläfern zu lassen. Wir wollten diesmal nicht wieder so lange warten wie bei Fabienne. Trozdem fiel uns die Entscheidung nicht leicht und wurde noch ein paar Tage hinausgezögert, bis wir uns endlich durchringen konnten. Auch diesmal fand das Einschläfern wieder in der gewohnten Umgebung für das Pony statt.
Im July 2009 entschlossen sich unsere dritte Tochter Isabell und ihr Freund, sich ebenfalls ein Shetty zu kaufen. Sie haben die Absicht, den Kleinen selbst auszubilden und am Sulky einzufahren. Also wuchs die Herde wieder um den Wallach Joschi, sehr zur Freude von Shettystute Kessy. Die beiden verstanden sich auf Anhieb.
Der nächste Rückschlag erfolgte dann im August 2009 . Wir mußten uns wieder dazu durchringen, ein Pferd einzuschläfern. Diesmal handelte es sich um unseren Vollblutwallach Fallada. Mit seinem Alter von mittlerweile fast 28 Jahren machten sich nun immer mehr die Folgen seiner frühen „Karriere“ als Galopper bemerkbar. Die Schmerzen in den Knochen wurden immer schlimmer und somit blieb kein anderer Ausweg mehr. Auch Fallada trat seine letzte Reise in gewohnter Umgebung auf unserer Hobbyranch an.
Im Oktober 2011 mußten wir uns erneut durchringen, eines unserer Pferde gehen zu lassen. Wir bekamen beim Arabermix Amigo trotz aller Bemühungen die Schmerzen nach einem Reheschub nicht mehr in den Griff und sahen zusammen mit dem Tierarzt und dem Hufschmied keinen anderen Ausweg mehr, als ihn von seinem Leiden zu erlösen. Auch Amigo durfte wie alle unsere Pferde zuvor seine letzte Reise in seiner vertrauten Umgebung antreten.
Der aktuelle Stand sieht so aus, dass sich unsere kleine Herde aus zur Zeit 3 Pferden und 2 Shettys bei uns sehr wohl fühlt. Alle werden liebevoll betreut und möglichst artgerecht im Offenstall gehalten.






